Mentoring und Assesmenttage Mai 2018 bei München oder von Küken und Hennen

Ein Haus im Wald, ein paar Wiesen drum herum und sonst nur der Fuchs und der Hase, die sich hier „Gute Nacht“ sagen. Kaum eine bessere Lokation für die MATage, kann ich mir vorstellen. Anscheinend gibt es weder WLAN noch ein Mobilnetz, nur das Rauschen der nahen Autobahn ernüchtert in der romantischen Idylle.

Das alte Waldhäuschen, dass für gewöhnlich als Buddhistisches Mediationszentrum dient wird von unserem Assessorenteam im Handumdrehen zur Residenz unserer MAT umfunktioniert. Pinnwände Flipcharts, Kaffeautomaten, Zimmerpläne, Blumen, Fotowand Decken, Essensvorräte, Wegweiser stehen in kürzester Zeit dort wo sie hilfreich sind und alle Willkommen heißen. Schnell genug um sich noch mit einer Tasse Tee und einem Jausenbrot zur Besprechung auf die Veranda zu begeben, in Ruhe aufeinander einzuschwingen, anstehende Fragen bearbeiten und offene Konflikte , wenn auch nicht sofort zu lösen, dann zumindest sichtbar zu machen und zu positionieren.

Und ehe ich es mir versehe, sitzen 22 Menschen auf Sitzkissen im Kreis des behaglichen Saales, zwei Seiten bodentiefe Fenster säumen den Licht durchfluteten Raum.
15 Frauen, 7 Männer; 4 AssesorInnen, ein Gast-Assessor, eine Assistentin, 16 TeilnehmerInnen davon 2 Assessmentkandidatinnen, 7 ÖsterreicherInnen, 14 in Deutschland Lebende.

Manche nervös, mache gelassen, manche unruhig, manche aufgekratzt und übermütig, manche freudig, manche gestresst … Alle mehr oder weniger bereit die nächsten 4 Tage gemeinsam zu verbringen und sich den Herausforderungen zu stellen.

Assistentin zu sein, ist, wie ich finde eine der entspanntesten Rollen auf meinem GFK Lernweg. Hier ist es, als beobachte ich meine gewesenen und zukünftigen Prozesse aus der privilegierten Perspektive eines Logenplatzes. Heut hab ich keine große Verantwortung zu tragen und darf mitspielen wo immer mir es sinnvoll erscheint. Die Trainerin meiner ersten GFK Stunde ist anwesend sowie meine erste Menti die an diesem Wochenende Ihren Zertifizierungsprozess beschließen will. So bin ich hier ein bisschen Henne und Küken zugleich.

Ich mache es mir in meinem Winkel bequem und bereite mich vor, meinen Geduldsfaden sehr dehnbar zu machen , durchzuatmen und ich erwarte langwierige und nervenaufreibende ALL- Leadership- Prozesse, die ich aus vergangen Treffen nur allzu gut kenne .

Zu meinem Erstaunen blieben sie diesmal zur Gänze aus.
Von der ersten Minute an, stehen die Assessmentkandidatinnen in Ihren Startlöchern und moderieren kurzentschlossen gemeinsam, die ihnen völlig unbekannte Gruppe in Entscheidungsprozessen über den Verlauf der Trainingstage.
Nur der äußerste Rahmen ist von den Assessoren vorgegeben, innere Flexibilität, Standig, Selbstfürsorge und Umsicht sind gefragt. Dreierlei wird im Blick behalten: wir selbst, die Gruppe und jede einzelne andere Person.

Die Assessoren schaffen hier ein mannigfaltiges Lernfeld in dem sie selbst zu hundert Prozent zur Verfügung stehen, als Projektionsfläche, Reibungsfläche, als Ikone, oder HeldIn, als Konkurrenten, als Feindbilder, als Rahmenhalter, als Schutzschild, als Mediatoren, Moderatoren, als Lehrer und Lehrerinn, als Lernende und allem voran: als Menschen.

Ständig passieren Feinabstimmungen mit der Gruppe und untereinander. Während abends im Essensraum noch fröhlich gefeiert wird, sitzt das interdisziplinäre Team, zwar auch gemütlich und auch mit einem Gläschen Wein (oder der guten Schokolade), aber nicht ohne Besprechungsliste beisammen im stillen Kämmerchen und arbeitet. Wie lange? Das weiß ich leider gar nicht, weil mir spätestens ab Mitternacht immer die Augen zufallen und ich mich verabschieden muss…

Tatsache ist, dass am nächsten Morgen alle wieder fit auf der Matte stehen. Manche angetan von der erwähnenswerten Begegnung in der Unisex-Dusche oder inspiriert vom lauten Schnarchen, das von der Veranda herüberklag oder noch irritiert vom abendlichen Eklats über „wer sich einfach des letzten Bieres bemächtigt hatte“.

Wieder und wieder bestätigt sich meine Idee, dass der GFK-Lernweg ohne diese Reibungsflächen und Resonanzen der Mitgiraffen nicht möglich ist.
Die Fallen und Irrwege die verlockend an jeder Gabelung sitzen, sind zwar nicht gefährlich aber doch recht hinderlich am Weiterkommen und m Durchleuchten der eigenen blinden Flecken.

Am letzten Tag gibt es viel zu feiern, nicht nur die Kandidatinnen die zeremoniell geehrt werden, sondern alle sind wir bewusst oder unbewusst unsere Schritte gegangen sind gewachsen, zusammengewachsen und emporgewachsen- selbst wenn die Möglichkeit bestehe, dass der eine oder die andere nur deshalb ausgelassen gefeiert haben , weil sie endlich wieder nach Hause durften , so war doch die Stimmung unmissverständlich eine sehr inspirierende, verbindende und bestärkende.

Ich freu mich schon auf die nächsten Mentoring-und Assesmenttage, und bin schon gespannt was alles noch auf mich zukommt.

Team Wien-München

geschrieben am 17. September 2018 von Team Wien-München

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