Treffen von AssessorInnen mit Bob Wentworth (CNVC board member) am 12.3.2014

Bericht  zum Treffen des AssessorInnenteams mit Bob Wentworth in Stuttgart-Untertürkheim am 12. März 2014

Zur Zeit hält sich Bob Wentworth, Vorstandsmitglied (Board member) des CNVC auf Einladung des DACH e.V. zu zwei Seminaren in Deutschland auf. Bob ist im Januar 2012 als Mitglied des Board ernannt worden, das damals aus vier Personen bestand. Inzwischen ist Irmtraud Kautschat zurückgetreten, so dass das Board gegenwärtig aus drei Männern besteht. Bob ist im letzten Herbst von Washington DC nach Albuquerque, den Sitz des CNVC, umgezogen.

Dieser Besuch erschien uns AssessorInnen als eine gute Möglichkeit für eine persönliche Begegnung mit einem Vertreter des Centers. Als zertifizierte Trainer und Trainerinnen drücken wir mit der Rezertifizierung jedes Jahr aufs Neue die Verbundenheit mit dem Center bzw. mit der Organisation „CNVC“ aus. Ein solches Treffen gibt uns die Möglichkeit, uns einmal persönlich und nicht via Telefon oder Internet mit einander auszutauschen. Von uns derzeit zwölf AssessorInnen im deutsch sprechenden Raum haben sich sechs (Doris, Vivet, Monika, Marianne S., Esther und Michael) auf die teilweise mehrstündige Reise nach Stuttgart gemacht. Als weiterer Gast war Klaus-Peter Kilmer-Kirsch aus Niederkaufungen dabei.

Zunächst hat uns Bob seine Sicht auf die historische Entwicklung des Boards und damit eines wichtigen Teils des CNVC berichtet.

Aus Bobs Sicht war es historisch die vorrangige Rolle des Centers, Marshall dabei zu unterstützen, seine Botschaft in die Welt zu tragen. Allerdings habe das CNVC für viele Menschen die Erwartung geweckt, ein viel breiteres Angebot zu machen. Dadurch seien Hoffnungen und Erwartungen vieler, vor allem der engagierten Menschen enttäuscht worden. Daraus hätten diese den Schluss gezogen, dass es das CNVC nicht wert sei, Energie und Herzblut für diese Organisation zu investieren. 

Und doch habe die Organisation auf eine bestimmte Art funktioniert indem sie Marshall dabei unterstützte, um die Welt zu reisen und Seminare zu halten. Und nicht zuletzt sässen wir alle hier zusammen – selbst wenn wir uns vieles anders wünschten – wir seien hier! 

Als Marshall und Valentina (2012) ihren Rückzug aus dem Board bekannt gaben, sei das eine historische Chance gewesen, dass etwas Neues passieren könne – es sei nicht nur eine Chance  sondern auch eine Notwenigkeit! In der Vergangenheit habe sich das Center finanziell dadurch selbst erhalten, dass die Menschen zu Marshalls Trainings kamen. Die erste Einkommensquelle des Centers waren Marshalls Seminareinkünfte, was nun unwiederbringlich vorbei sei. 

Wenn das CNVC weiter bestehen möchte und sich als eine dem Leben und den Bedürfnissen der Menschen dienende Organisation erweisen wolle, dann müsse es neue Wege gehen. Nur wenn die Menschen das CNVC als „ihre“ Organisation wahrnähmen, gäbe es eine Zukunft. 

Es ist nicht Bob’s Absicht, neuerlich Dinge zu tun, die als Hoffnungen und Versprechungen interpretiert werden können. In der Vergangenheit habe es das zu oft gegeben, Versprechungen seitens der Organisation, die dann nicht erfüllt wurden und zu viel Schmerz geführt hätten. 

Neben der aktuellen Situation des CNVC bzw. des Boards und haben wir mit Bob in unserem gut dreistündigen Austausch auch über seine Haltung zur Zertifizierung und die gegenwärtig darin enthaltene, verbindliche Teilnahme an IIT’s gesprochen. Wir haben Bob berichtet, in welcher Form wir derzeit die Assessments durchführen und welche befruchtenden Erfahrungen wir damit machen. Im Zusammenhang mit dem Zertifizierungsprozess hat uns Bob über seine aktuellen Verbindungen zum Fachverband Gewaltfreie Kommunikation e.V. informiert. Klaus-Peter hat über die beim GFK-Netzwerktreffen 2014 in München gegründete Trainergruppe (Steuerungsgruppe) berichtet.

Zum Ende noch ein persönliches Fazit von mir, Michael, zu unserem Treffen (das ich reisetechnisch als erster verlassen habe): Das Treffen war uns weite Wege wert, um diese persönliche Begegnung zu erleben. Obwohl ich erst seit wenigen Monaten Assessor bin, fühlt es sich so an, als würde in dieser AssessorInnengruppe und um den Zertifizierungsprozess herum etwas „Verbundenes“ wachsen. Mehr als jeder digitale Austausch beflügeln mich solche persönlichen Begegnungen, selbst wenn sie nur drei Stunden dauern. Ich weiss heute schon, dass ich in künftigen Telefonkonferenzen ganz anders mit Bob werde austauschen können. Mir ist abermals klar geworden, dass für mich persönliche Begegnungen durch nichts zu ersetzen sind. Dazu hat wesentlich beigetragen, dass Bob in diesem Kreis ihm bis dahin unbekannter Menschen bereit war, auch persönliche und schmerzhafte Erfahrungen zu teilen. Das hat meine Verbundenheit genährt und vertieft, dafür danke ich ihm von Herzen.

Michael