Irmtraud Kauschat: Feedback auf Mentoringtage Juni 2016 für Team SüdWest

 

Kurzer Bericht über meine Teilnahme an Assessment-Mentoring-Tagen mit dem Team Südwest

 

Ich habe  vom 8. bis 11.6. 2016 an diesen Tagen als Assessorin-in-Training („Azubine“) teilgenommen.

Meine eigene Zertifizierung liegt schon zehn Jahre zurück, damals war Isolde Teschner noch im Amt, es war kurz vor dem Zertifizierungsstopp. Damals war ich alleine mit Isolde “ im stillen Kämmerlein“, ich hatte keine Ahnung was auf mich zukommen würde. Seit dieser Zeit hat sich vieles verändert.

 

Diese Tage waren ganz anders. Ich erfuhr eine Gemeinschaft von KandidatInnen und Assessorinnen, die sich bemühten auf Augenhöhe miteinander zu leben. Die KandidatInnen präsentierten Übungen von ca. 30 Minuten, dann erhielten sie Feedback von den anderen Kandidatinnen und Assessorinnen von ca. 1 Stunde.

Diese Feedbacks kamen einmal aus der Sicht von Teilnehmerinnen/Übenden (z.B. haben wir uns sicher gefühlt während der Übung, wurde die Übung ausreichend erklärt, so dass wir wussten, was von uns erwartet wurde?), zum anderen aus der Sicht von Trainer-KollegInnen (wie war die Zeitplanung, die Erklärung der Übung, hatte jemand im Blick, dass sie als Trainerin auch als Teilnehmerin in einem Rollenspiel gefordert sein könnte). Diese Feedbacks kamen alle aus einer wohlwollenden Haltung, gleichwohl wurden auch Anregungen zum Wachsen gegeben.

 

Mir hat auch gut gefallen, dass es die Möglichkeit bzw. sogar die klare Bitte gibt, mindestens einmal vor dem eigenen Assessment an solchen Tagen teilzunehmen:

  • zum einen damit auch die beiden anderen Assessorinnen die KandidatInnen kennen lernen können, um ihren Wachstumsprozess zu beurteilen,
  • zum anderen auch damit die KandidatInnen wissen, wie ein solches Assessment abläuft. (Das hätte ich mir bei meinem Assessment auch gewünscht).

 

In diesem Assessment gab es die Bitte einer Teilnehmerin, eine Begleiterin auf ihrem Weg zur Zertifizierung zur Feier der Empfehlung zur Zertifizierung  einladen zu können. Nachdem wir gehört hatten, dass sie damit ihre Bedürfnisse nach Wertschätzung und Gemeinschaft für diese Begleiterin ausdrücken wollte, stimmten alle dem mit Freude zu. Daraufhin stand die Frage im Raum, ob die anderen beiden KandidatInnen auch jemanden einladen wollten. Aus logistischen Gründen war es nur der langjährigen Partnerin des einen Kandidaten möglich zu kommen, über sie hatte er überhaupt von der Gewaltfreien Kommunikation erfahren, und es war ihm wichtig, sie auch bei der Feier dabei zu haben.

 

Ich habe diese offene Art, mit unvorhergesehenen Situationen an den Assessment Tagen umzugehen – sowohl auf der Seite der Assessorinnen als auch der KandidatInnen,  als bereichernd für die Gemeinschaft empfunden.

 

Für mich war dadurch auch die GFK-Gemeinschaft repräsentiert, die über den engen Kreis von Kandidatinnen und Assessoren hinausging.

 

Ich persönlich als Assessoren-in-Training habe mich in meiner Rolle zunächst etwas unsicher gefühlt (ich vermute so geht es Menschen, die bei mir in den Kursen assistieren) und war froh und erleichtert über die Einladung mich zum Beispiel in den Feedbackrunden voll einbringen und Anregungen geben zu können, und bei den Nachbesprechungen mit den Assessoren dabei zu sein.

 

Für mich war das „ein rundes Erlebnis“ und ich freue mich auf weitere Gelegenheiten, an Assessment-Mentoring-Tagen teilzunehmen. Ich fände es auch hilfreich, wenn TrainerInnen, die Assistenzen anbieten, auch an Assessment-Tagen teilnehmen könnten/würden, das käme sicher den KandidatInnen, der Arbeit der AssessorInnen und der gesamten GFK-Gemeinschaft zugute.

 

Irmtraud Kauschat