In Liebe und Vertrauen – ein persönlicher Bericht von den Assessmenttagen im Dezember 2014, Team Nord-Ost

Eine Assessmentkandidatin von unseren Mentoring- und Assessmenttagen im Dezember 2014 hat einen persönlichen Bericht dazu geschrieben. Ich, Marianne Sikor, freue mich sehr, in hier veröffentlichen zu können:

„Liebe Marianne,

dies ist nun mein letzter Brief in dieser Form an dich. Du hast schon einige „Liebe Marianne-Briefe“ als meine Tagebuchform erhalten. Heute teile ich mit dir und allen Leser/innen meine Erinnerungen an meine Assessmenttage vom 30.11. – 03.12.2014.

Was klingt heute, drei Tage später, noch in mir nach? Freude, Erschöpfung und inneres Wohlbefinden. Sicher ist dabei nicht unwichtig, dass wir vier KandidatInnen – Nayoma de Haen, Monika Best, Jens Neumann und ich, Wiltraud Terlinden – in den Kreis der CNVC Gemeinschaft aufgenommen wurden. Dies war mein Streben oder anders, die Grundlage meiner Entscheidung zum Zertifizierungsprozesses. Aber das allein ist es nicht.AssessmentkandidatInnen MAT 30.11.-03.12.14 Team Nord-Ost

Liebe Marianne, es sind die vier Tage als Einheit, die mich jetzt gerade in der Erinnerung lächeln lassen. Die Begrüßung mit Kaffee und Keksen im Foyer, erstes Sehen bekannter und unbekannter Menschen, freundliche Gesichter, Lächeln in den Stimmen. Zugewandtheit. Realisierung meinerseits: das ist der Rahmen meiner Zertifizierung.

Was half mir in diesen ersten Minuten, am ersten Nachmittag, dort anzukommen, meinen Platz zu nehmen? Meine Beziehung zu dir, Marianne, meiner Assessorin. Alles, was wir bisher gemeinsam erlebt hatten, jede Mail, jedes Telefonat und besonders das Pre – Assessment, in dem wir 4,5 Stunden mich und meinen GFK Prozess besprochen haben. Du hattest jeden Tagebuchbrief gelesen, jedes Feedback von Trainer/innen oder Teilnehmer/innen, jeden Film meiner Unterrichtseinheiten gesehen, jedes Voicememo gehört. Deine Hinweise dienten meinem Wachstum und meiner eigenen Auseinandersetzung. Und diese Haltung gab mir Sicherheit für diesen letzten Schritt der Zertifizierung.

Wie richtig lag ich in diesem Vertrauen. Es ging genauso weiter, mit Verstärkung der beiden Assessorinnen Monika Flörchinger und Vivet Alevi. Diese drei wunderbaren, so kompetenten Frauen setzten sich mit uns Kandidatinnen auseinander. Drei von uns zeigten eine Übung aus dem eigenen Arbeitsrepertoire, eine Kandidatin stellte aus der eigenen Betroffenheit heraus einen Weg des „Schmerzwandelns“ vor, den sie selber entwickelt hatte.

Es gab individuelle Feedbacks und während der folgenden Zeit wurde darauf Bezug genommen. „Ich freue mich gerade so sehr für dich. Du hättest dich früher zurückgenommen und nun bist du gleich bereit dich einzubringen.“ „Ich sehe deine Lebendigkeit, wieviel Kraft und Engagement ist da.“ „Es ist so schön, diese Seite an dir zu sehen und mitzuerleben.“ Hört sich weichgespült an, ist es aber nicht. Es hat Bezug zur zuvor angemerkten Zurücknahme und Flachheit der Stimme bzw. zu der aus Angst unterdrückten Lebendigkeit.

 

Marshall B. Rosenberg sagte: „Wer die vernichtende Kraft einer jeden Kritik kennt, findet in ihrer Unterlassung einen Weg der Gewaltfreiheit.“

Die Feedbacks zeigten das Ringen der drei Frauen um Worte, die einen Weg zu einer/einem kompetenten Trainer/in aufzeigen konnten. Orientierung gaben aus meiner Sicht das Bewusstsein von der Verantwortung für sich selbst und für die Teilnehmenden unserer GFK – Angebote. Die Schlüsselunterscheidung „Macht mit und Macht über“ unterstützten die Diskussionen. Für mich persönlich, die GFK im politischen Kontext vermittelt, war durch ein Teilnehmerinnen – Feedback ein Stück Fein – Justierung möglich.

Dann kam der letzte Abend mit seinem festlichen Teil. Die drei Assessorinnen gestalteten die Zeremonie: quer durch den Raum lag ein rotes Band, symbolisch für den Start mit der GFK, den Zertifizierungsprozess und der Zukunft mit der GFK.

Liebe Marianne, für mich ist die Unterstützung so vieler Menschen auf diesem Weg so deutlich geworden. Jedes Feedback gab mir Kraft und Selbstbewusstsein für meinen Entschluss, die GFK in die Welt zu bringen. Soviel Verbundenheit und Verbündete.

Dies hatten auch die anderen KandidatInnen erfahren. Und da wurde mir das Geschenk des besonderen Lernens und Wachsens in der GFK Gemeinschaft bewusst. Wie schön ist das denn?

Als Geschenk erhielten wir nun zertifizierten Drei einen Edelstein mit besonderer Bedeutung, individuell ausgesucht, von dir, Marianne. Zur Inspiration, zur Unterstützung, zur Erinnerung. Schön verpackt mit Schleife. Dann wurde gefeiert.

In den letzten Tagen hörte ich des Öfteren das Wort „Geschafft“. So ganz bin ich mit dem Begriff nicht überein: es geht mehr ums Wachsen und da mag ich keinen Punkt setzen.

Wiltrud Terlinden und Marianne Sikor MAT 30.11.-03.12.14, Team Nord-OstNun verabschiede ich mich von dir, liebe Marianne. Ich danke dir und allen anderen BegleiterInnen meines Weges.

In Liebe und Vertrauen

Wiltraud“